„Kunstbrücke“ der Generationen: Ein besonderes Projekt in der Diakonie-Tagespflege HornschuchPark verwandelt Erinnerungen in Kreativität




Die Senior_innen, die die Forchheimer Tagespflege HornschuchPark der Diakonie Bamberg-Forchheim besuchen, warten gespannt an drei großen Tischen: Heute hat sich wieder junger Besuch angesagt. Es geht weiter mit dem Projekt „Kunstbrücke der Generationen“.
Seit diesem Frühling arbeitet das Diakonie-Team der Tagespflege mit dem Verein „Pädagogisches Kunststudio Forchheim e.V.“ zusammen. Zunächst besuchte Emma Martinschke die Einrichtung der Diakonie am Reuther Berg: „Ich bin mit den Tagespflege-Gästen ins Gespräch gekommen und wer wollte, konnte mir Erinnerungen aus seinem Leben erzählen, die ich dann schriftlich festgehalten habe“, berichtet sie.
Ein Malbuch aus Erinnerungen
Aus den gesammelten kleinen Geschichten und Anekdoten sind mittlerweile Bilder entstanden – zusammen veröffentlicht in einem dicken Malbuch, das durch die Unterstützung der Adalbert-Raps-Stiftung und des Bayerischen Demenzfonds in gedruckter Form vorliegt: „Vieles ist in der Vergangenheit geblieben, vieles lässt sich nicht mehr erfragen — unsere Großeltern sind gegangen, und mit ihnen ein Teil unserer Familiengeschichte. Gerade deshalb ist es so wichtig, das zu bewahren, was noch in Erinnerungen lebt. Wir haben solche Geschichten aufgeschrieben und sie jeweils mit einer Illustration zum Leben erweckt“, erklärt Nadine Smirnova, künstlerische Leitung der „Kunstbrücke der Generationen“. Sie hat das Projekt nicht nur bis zur Veröffentlichung des Malbuchs begleitet, sondern besucht auch mit Kindern, die das Kunststudio besuchen, die Tagespflege HornschuchPark. Dann malen die Generationen gemeinsam, Alt und Jung kommen ins Gespräch und es entstehen wertvolle Begegnungen.
Für Melanie Paulini, leitende Pflegefachkraft der Tagespflege HornschuchPark, ist das Malbuch-Projekt ein guter Baustein für die Biografiearbeit mit den Tagespflege-Gästen: „Für uns ist es wichtig, mehr über das Leben unserer Senior_innen zu wissen. So können wir gezielt aktivieren und vorhandene Ressourcen fördern. Und wir können sehr persönlich auf unsere Gäste, ihre Bedürfnisse und das, was sie mitbringen, eingehen.“
An diesem Nachmittag wird es auf jeden Fall wieder bunt in der Tagespflege – und weitere Seiten des eigenen Malbuchs gemeinsam mit den jungen Besucherinnen ausgefüllt.