U5/01.22 - Hörsaal, An der Universität 5, 96047 Bamberg
Historischer Verein Bamberg
19.00 Uhr - 20.15 Uhr

Vortrag: Der Bamberger Maler Ernst Zimmer und die "Fröschweiler Chronik"

Prof. Dr. Tobias Arand referiert über das Leben und Werk des Kriegsmalers Ernst Zimmer.

Karl Klein, evangelischer Pastor der elsässischen Gemeinde Fröschweiler, die am 6. August 1870 im Zentrum der Schlacht bei Wörth stand, hat eines der wirkmächtigsten Kriegsbücher des Kaiserreichs verfasst. In drastischen Worten beschreibt der Pastor, wie die Schlacht das Dorf zerstört, aber auch wie die Tage nach den Kämpfen zur Prüfung für die Einwohner werden. In mühevoller Arbeit müssen sie die Toten vom Schlachtfeld einsammeln und beerdigen. Anders als die zahllosen Jubelbücher, die "Krieg und Sieg" sowie die Reichseinigung feierten, legt Klein, obgleich durchaus deutschgesinnt, seinen Fokus auf die Schrecken des Krieges für die Zivilbevölkerung. Seine "Fröschweiler Chronik" bot ein Gegennarrativ zu den allzu affirmativen Büchern seiner Zeitgenossen und war wohl gerade deshalb so erfolgreich. Für den jungen Verlag C.H. Beck war Kleins Buch Grundlage für das spätere Wachstum. Bis 1931 erschien die Chronik in über 30 Auflagen, bis sie zuletzt weitgehend vergessen wurde. Der in Bamberg wirkende Kriegsmaler Ernst Zimmer, ein im Kaiserreich gefragter Schlachtenmaler, illustrierte die "Jubelausgabe" der Chronik, welche anläßlich des 100. Geburtstags Wilhelms I. 1897 erschien. Der Vor-trag stellt Zimmers Werk und Leben sowie seine Illustrationen der "Fröschweiler Chronik" vor.