Startseite  |  Aktuelles  |  Jobs  |  Spenden  |  Kontakt  |  Datenschutz & Impressum  |  Intern  |  Seitenübersicht  |  Suche

Aktuelles

Schwester Anna und Frau Herzog

Ein Archiv-Foto und eine besondere Begegnung

An einem Dienstag im Juni klingelt mein Telefon im Büro. „Bin ich hier richtig bei der Diakonie?“ –„Ja, das sind Sie.“ – „Ich habe im Gemeindebrief der Stephanskirche ein Foto entdeckt mit Schwester Anna. Ich kannte Schwester Anna sehr gut. Und die Menschen mit auf dem Foto sind meine Mutter, meine Tante und deren Mann.“ Bei mir klingeln die Alarmglocken: Die neue Datenschutzverordnung ist gerade in Kraft getreten. Sollten wir unseren ersten Fall haben, in dem sich jemand über eine Veröffentlichung beschwert? „Ich habe mich so gefreut, das Foto zu sehen.“ Mir fällt ein Stein vom Herzen und jetzt bin ich neugierig auf Heidemarie Herzogs Geschichte, so heißt die nette Dame nämlich, und wir verabreden uns für ein Treffen in unserer Geschäftsstelle.

Wiederbegegnung in Bamberg
Das Foto, das Schwester Anna Demuth am Bamberger Bahnhof zeigt, ist eines der ältesten im Archiv der Diakonie Bamberg-Forchheim. Sie war eine Frankensteiner Diakonisse und engagierte sich auch für das 1945 ins Leben gerufene evangelische Hilfswerk; Heidemarie Herzogs Familie und sie kannten sich bereits aus Schlesien. Als man sich nach dem Krieg in Bamberg wieder begegnete, war das für beide Seiten ein schönes Erlebnis und es entstand eine enge Verbundenheit.

Auf Freizeit mit Schwester Anna
„Schwester Anna organisierte Mädchenfreizeiten und fragte meine Mutter, ob sie nicht mithelfen möchte“, berichtet Heidemarie Herzog. Ihre Mutter wollte. Und mit der 14jährigen Heidemarie im Gepäck ging die erste Reise 1956 nach Telfs in Tirol. In den Folgejahren waren Mutter und Tochter wieder mit von der Partie und Heidemarie Herzog bereits als „kleine Tante“ im Einsatz. In einem großen, roten Fotoalbum hat sie die Erinnerungen an diese ersten Freizeiten, die die Mädchen bis nach Italien führten (dann organisiert von der Inneren Mission Augsburg), festgehalten. „Wir hatten sogar einen Strand ganz alleine für uns“, schwärmt  sie.

Besuch vom Geschäftsführer
Bewegung sei immer ein wichtiger Aspekt bei den Reisen gewesen, auf denen um die 40 Kinder vier Wochen lang begleitet und betreut wurden. „Frühsport, Wanderungen, aber auch Andachten standen auf unserem Tagesplan.“ Auch Willi Bonacker, von 1948 bis 1977 Geschäftsführer der Inneren Mission Bamberg e.V., sei zu Besuch gekommen und gestaltete mit den Mädchen und Betreuerinnen christliche Impulse, erinnert sich Heidemarie Herzog.

„Wie Heringe in der Büchse“
Viele Abenteuer hätten sie gemeinsam erlebt: „In Tirol haben wir zum Beispiel den Drehort der Sissi-Filme besucht. Das war für uns Mädels wunderbar. Aber besonders beeindruckend war, als wir auf einer Wanderung in den Bergen von einem Gewitter überrascht wurden und in einer kleinen Hütte übernachten mussten.“ Wie die Heringe in der Büchse seien die Mädchen nebeneinander gelegen und hätte sich eine umdrehen wollen, hätten alle anderen in der Reihe mitmachen müssen, erzählt die Seniorin schmunzelnd.

Nägelknabbern und Erinnerungen
„Für die Kinder waren es Auszeiten vom Alltag nach dem Krieg, teilweise wurden sie auch über die Krankenkassen geschickt, um gesundheitlich gefördert zu werden. Und meine Mutter schaffte es, den Mädels in den vier Wochen sogar das Nägelknabbern abzugewöhnen.“ Für Heidemarie Herzog verbinden sich diese Freizeiten, die Diakonie und Schwester Anna zu wunderbaren Erinnerungen.

Beim Festgottesdienst anlässlich unseres 70jährigen Jubiläums am 15. Juli mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm war Heidemarie Herzog mit dabei und ich konnte ihr ihr großes, rotes Fotoalbum wieder zurückgeben. Bis dahin durfte ich es in Ruhe durchsehen und auch Fotos für unser Archiv und diesen Artikel einscannen. Dafür ein großes Dankeschön an Heidemarie Herzog. Mit ihrer Geschichte hat sie für mich – und vielleicht auch für die Leserinnen und Leser dieses Artikels – ein Stück der Geschichte der Diakonie Bamberg-Forchheim wieder lebendig werden lassen.

 

Ute Nickel

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Diakonie Bamberg-Forchheim

 

Nachzulesen ist die Geschichte auch in unserem neuen Impulse-Heft zu unserem Jubiläum. Weitere Themen: Festpredigt unseres Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm sowie die Ergebnisse unserer Jubiläums-Workshops mit Entscheidern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu Themen, die unsere Mitarbeitenden bewegen.

 

 


Info-Telefon: 0800 25 10 252 (kostenfrei)
 
  • Facebook
  • YouTube
  • XING

Helfen Sie helfen

mit Ihrer Spende

 

Spenden Sie oder werden Sie Mitglied

Spendenkonten: 
 
Bank für Sozialwirtschaft AG
IBAN: DE22700205000004802100
BIC:   BFSWDE33MUE

Sparkasse Bamberg
IBAN: DE73770500000570227710
BIC:   BYLADEM1SKB 

 Spenden Sie online!

Helfen Sie helfen

mit Ihrer Zeit

 

Werden Sie zum Ehrenamtlichen 

Mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement unterstützen Sie uns, das Leben für die uns anvertrauten Menschen noch ein Stück lebenswerter zu gestalten, und geben dem Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim gemeinsam mit unseren hauptamtlichen Mitarbeitenden ein herzliches Gesicht.

 

Für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung - egal in welcher Form - bedanken wir uns sehr herzlich!