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Kein Reichtum ohne Armut

Ein Rückblick auf unsere ersten Veranstaltungen im Reformationsjubiläumsjahr

Ohne Armut keine Diakonie? Provokant war der Titel unserer Veranstaltungen im Mai zum Reformationsjubiläumsjahr: Unter der Überschrift „Armut - der ständige Begleiter der Diakonie seit 500 Jahren ?!“ hatten wir in Bamberg und Wannbach zu je einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion eingeladen. Referent Dr. Ralph Fischer zeichnete in seinem Vortrag Martin Luthers Position zum Thema Armut sowie deren Auswirkungen bis in unsere Zeit sehr anschaulich nach: von den ersten Armenordnungen der Reformationszeit bis hin zu den fatalen Auswirkungen der Kategorisierung der Armen in „gute Arme“ und den „Pöbel“.  Bis heute sei diese Stigmatisierung der Armen noch spürbar, so Dr. Ralph Fischer.

Nicht christlich
Seinem Vortrag schloss sich an den  beiden Abenden jeweils eine Podiumsdiskussion an, der sich Vertreter der Kirche und der Politik stellten. „Die Unterscheidung in „gute“ und „böse“ Arme ist nicht christlich. Das müssen wir sehr deutlich machen“, formulierte der Bamberger Dekan Hans-Martin Lechner ganz klar. Der  Forchheimer Dekan Günther Werner  plädierte dafür, „Nähe herzustellen, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die nicht so leben, wie man selbst“. Genau das leben die Mitarbeitenden unserer KASA (Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit) täglich in ihrer Arbeit: „Ich habe auch erst oft ein gewisses Raster, in das ich die Klienten zunächst einsortiere“, bekannte KASA-Mitarbeiterin Heike Peterson. „Wenn ich dann aber fünf Minuten zuhöre, dann sehe ich einfach einen Menschen vor mir.“ 350 Klienten berät die Bamberger KASA in rund 1000 Gesprächen pro Jahr. „Meist kommen sie aus einer akuten Notsituation zu uns: kein Geld mehr für Essen, drohende Stromsperre, Mietrückstände“, berichtete Elke Iffland, ebenfalls in Bamberg für die KASA tätig. „Im Gespräch kommen dann oft emotional soziale Krisen zu Tage. Auch hier unterstützen wir die Menschen, die bei uns Hilfe suchen.“

„Hartz IV ist ein Skandal“
Dass sich auch die „Armen“ bei dieser Unterstützung selbst mit einbringen müssen, darauf machte Fritz Blanz von der Diakonie Bayern aufmerksam: „Wir sind eine Verantwortungsgemeinschaft!“ Er kritisierte mit deutlichen Worten die Einführung von Hartz IV als „Skandal: Das Hartz IV-System hat die Menschen nachdrücklich in Armutskategorien gesteckt und Armut gefördert.“ Für den Fachmann des Diakonie-Landesverbandes stellt sich die Frage „mit welcher Haltung wir an die Frage der Armut gehen“.
Für Dr. Ralph Fischer wirkt Armut „mittelbar“: „Arme Nachbarn verursachen uns nachweislich Stress.“ Gleichzeitig beeinflusse ein Mangel an Geld das gesamte Leben bis hin zur Lebensdauer: „Statistisch gesehen leben Arme zehn Jahre kürzer.“

Armut als „Dauerbrenner“
Fazit der sehr angeregten Diskussionen: „Armut ist ein Dauerbrenner bei der Diakonie. Das wird wohl so bleiben“, meinte Fritz Blanz. Wichtig sei es, das Thema öffentlich ins Bewusstsein der Menschen zur rücken. „Die Wertediskussion gehört lauter gesprochen“, wünschte sich auch der Wannbacher Podiumsteilnehmer Stefan Förtsch, 1. Bürgermeister von Egloffstein.  Auch Bambergs 3. Bürgermeister Wolfgang Metzner formulierte: „Ich wünsche mir für unsere Demokratie, dass wieder gestritten wird auf Basis unserer Grundwerte.“ Alle waren sich darin einig, dass das Thema Armut aus unserer Gesellschaft nicht ausgeblendet werden kann und darf.  „Wir müssen unsere bürgerlichen Werte aber auch vorleben“, schloss Referent Fischer die Diskussion in Bamberg.

My home is my castle
Begleitet wurden diese Abende von der Ausstellung „My home is my castle“, die Fotos des Künstlers Peter Litvai zum Thema „Wohnungsarmut“ zeigt (siehe Titelbild). Neben der Ausstellung, die in der Bamberger Erlöserkirche und in der Johanneskirche in Wannbach zu sehen war, durften wir mit den jeweiligen Gemeinden auch Gottesdienste feiern, die das Thema aufgriffen.

Foto-Impressionen von allen erwähnten Veranstaltungen (PDF)

Sie sind interessiert an weiteren Veranstaltungen im Reformationsjubiläumsjahr?

Hier finden Sie einen Flyer mit Veranstaltungen, die von uns veranstaltet bzw. mit organisiert werden.

 

 

 


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