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Fachkräfte fordern mehr Gehör bei politischen Entscheidungen

Die Bamberger Wohlfahrtsverbände luden vor der Landtagswahl zur Podiumsdiskussion

Gut gelauntes Podium: v. l. Moderatorin Marion Krüger-Hundrup, Ursula Sowa (B90/Grünen), Uwe Metzner und Heinz Kuntke (SPD), Claudia John und Verena Scheer (Freie Wähler) sowie Holger Dremel (CSU)

Integration, Pflege und Kinderbetreuung – das waren die Hauptthemen der Podiumsdiskussion im Vorfeld der Landtagswahl, zu der die Bamberger Wohlfahrtsverbände geladen hatten. Auf dem Podium im Seniorenzentrum Wilhelm Löhe begrüßte Dr. Norbert Kern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim, die Kandidatinnen und Kandidaten der aktuell im Landtag vertretenen Parteien: Holger Dremel (CSU), Heinz Kuntke und Uwe Metzner (SPD), Verena Scheer und Claudia John (Freie Wähler) sowie Ursula Sowa (Bündnis 90/Die Grünen).

„Sie wollen alle Landespolitik machen. Wie kann Bamberg davon profitieren?“. Mit dieser Frage leitete Moderatorin Marion Krüger-Hundrup die Diskussionsrunde ein. Hier lagen die Antworten noch nahe beisammen: Die einen möchten herausfinden, wo die Probleme vor Ort liegen, um dann gemeinsam daran zu arbeiten. Andere betonten, dass viele Landesthemen auch die Kommunen betreffen. Und wieder andere setzen auf den persönlichen Kontakt mit den Menschen vor Ort.

Lösungsansätze für Betreuungsmangel gesucht
Etwas komplizierter wurde es dann beim Thema Kindertagesstätten. Hier schilderte Werner Dippold, geschäftsführender Vorstand der AWO Bamberg, die aktuelle Problemlage und fragte die KandidatInnen nach ihren Lösungsansätzen zur Beseitigung des Betreuungsmangels. Die Vorschläge reichten von temporär zur Verfügung gestellten Modulen als Schnellmaßnahmen und generell mehr Geldern für den sozialen Bereich über eine Steigerung der Attraktivität des Erzieher-Berufes bis hin zu einer Quotenregelung im Falle von Kindern aus anerkannten Asylfamilien. Auch das Thema kostenlose Kinderbetreuung wurde diskutiert.

Eine hitzige Diskussion regte Peter Ehmann, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt Bamberg an, als er das Thema fehlende Erteilung beziehungsweise Entzug der Arbeitserlaubnis in die Runde einbrachte. „Was wollen Sie tun, um gut integrierten Menschen, die von Abschiebung bedroht sind, zu begegnen?“, lautete Krüger-Hundrups Frage. Die darauf folgende emotionale Debatte, die sich um ein Einwanderungsgesetz und erleichterte Prozesse drehte, wurde noch verstärkt, als sich eine Lehrerin der Berufsschule der Diakonie zu Wort meldete. Sie stellte drei junge Männer vor, die bereits die Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert jedoch bisher aufgrund mangelnder Identitätsfeststellung keine Arbeitserlaubnis erhalten haben.

„Was sind uns die alten Menschen wert?“
Michael Ruthrof, stellvertretender Geschäftsführer des BRK Kreisverbandes Bamberg, und Diakon Wolfgang Streit leiteten das abschließende Thema Pflege ein. Eine Pflegedienstleitung machte ihre Forderungen klar: Laut ihrer Aussage müsse sich dringend der Personalschlüssel ändern, man müsse überlegen: „Was sind uns die alten Menschen wert?“

Die lange Diskussion auf dem Podium offenbarte viele Ideen und Lösungsansätze, jedoch keine gerade Linie. Und sie verdeutlichte auch, dass es noch ein langer Weg bis zur Beseitigung des Pflegenotstands sein wird. Ein Mann aus dem Publikum fasste deshalb treffend zusammen: „Es wird uns nicht gelingen, einen Schalter umzulegen. Wir möchten der Politik aber ans Herz legen, stets Fachkräfte bei ihren Beratungen und Entscheidungen zu beteiligen und mitzunehmen.“ Dem stimmten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde zu.
Auch wenn unter den KandidatInnen auf dem Podium während der Diskussion Differenzen wie auch Sympathien erkennbar wurden – bei der Frage, wer im künftigen Landtag mit wem zusammenarbeiten möchte, wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt keiner so recht festlegen. Eines stand am Ende des Nachmittages jedoch trotzdem fest: Die Bamberger Wohlfahrtsverbände konnten den Politikern mit ihrer Veranstaltung etwas auf den Weg geben. Dr. Kern brachte dies in seinem Schlusswort auf den Punkt: „Von der Geburt bis zum Lebensende decken wir alle Themen ab. Unsere Anliegen sind wichtig und betreffen die Menschen. Deshalb muss man uns unterstützen.“

 

Text: Susanne Lindner


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